Re: Zu viele Tiere im Zoo – wie geht moderner Arten­schutz

DIENSTAG, 03.03.2026, 19.40 – 20.15 Uhr, ARTE

 Tierpfleger Marco Brunner im Zoo Zürich © SPIEGEL TV

Hundert­tausende Tier­arten sind akut vom Aus­sterben bedroht. Viele Zoos versuchen daher, durch Zucht­programme eine Reserve­population gefährdeter Arten zu schaffen – wie eine moderne Arche Noah.

So züchtet der Tier­garten Nürnberg seit Jahren erfolg­reich gefährdete Guinea-Paviane. In dem geschützten Habitat vermehrten sich die Tiere so stark, dass der Platz im Gehege nicht mehr aus­reichte. Stress, Aggression und Verletzungen inner­halb der Pavian-Gruppe waren die Folge. Der Zoo entschied sich, zwölf der Tiere zu töten. Bemühungen, sie wo­anders unter­zu­bringen, waren fehl­geschlagen.

Artenschutz vor Tier­schutz – das ist der Leit­satz vieler Zoos. Ob straf­rechtliche Konsequenzen für die Verant­wortlichen folgen, ist noch unklar. Dennoch entschieden die beiden Direktoren von Beginn an, mit der Maß­nahme an die Öffentlichkeit zu gehen.

Das ist auch die Strategie des Kopenhagener Zoos. »Wir präsentieren keine Disney-Welt, sondern die reale Welt«, so Direktor Mads Bertelsen. 2014 geriet auch er in die Schlag­zeilen. Als Tier­arzt des Zoos tötete er einen Giraffen­bullen, sezierte ihn öffentlich und verfütterte ihn an Raub­tiere. Heute leitet er den Zoo. Trans­parenz ist für ihn der Schlüssel zur Akzeptanz. Seine Raub­tiere bekommen so oft wie möglich frisches Fleisch, auch von gespendeten Nutz­tieren wie Pferden.

Für jede Tierart, die in euro­päischen Zoos gehalten wird, gibt es ein Zucht­buch. Anhand dieser Informationen werden die Tiere welt­weit verteilt. Auch Giraffen­dame Jahi muss vom Zoo Zürich in den Serengeti-Park in Hoden­hagen umziehen, wo sie für den Erhalt ihrer Art sorgen soll.