Die Spur: UEFA – Fußball. Macht. Geld. Das Geschäft mit der Europa­meisterschaft

MITTWOCH, 1.5.2024, 22.15 – 23.00 UHR, ZDF

Die UEFA ist der Ausrichter der Fußball Europa­meister­schaft, die in sechs Wochen in Deutsch­land beginnt. Doch die UEFA ist auch extrem geschäfts­tüchtig: sie stellt viele Forderungen an die Ausrichter­städte, verlangt Steuer­erleichterungen und streicht gleich­zeitig Milliarden ein. Der Film untersucht die andere Seite des Mega-Events.

Die UEFA ist ein gemeinnütziger Verein, mit Sitz in der Schweiz. Mit der EM in Deutsch­land rechnet die UEFA mit einem Gewinn in Milliarden Höhe. Für die zehn Städte, in denen gespielt wird, könnte die Rechnung anders ausgehen: statt Gewinne drohen Verluste.

Wer eine Fußball-Europa­meister­schaft aus­tragen möchte, erhält von der UEFA einen Katalog mit den sogenannten Turnier­anforderungen – auf 223 Seiten auf­ge­listet. Das nicht öffentlich zugängliche Dokument liegt dem ZDF vor. Manches sind Kleinig­keiten, wie beispiels­weise der Wunsch der UEFA, dass in jeder Umkleide mindestens zwei Haar­trockner hängen müssen, daneben gibt es noch andere Wünsche.

Beispielsweise sollen die zehn deutschen Städte, in denen die EM stattfindet, auch die Fan­feste aus­richten: und das auf eigene Kosten. Mehr als 200 Mio. Euro werden – nach gemein­samen Recherchen von ZDF und Spiegel – die Austragungs­städte auf­bringen müssen, um die Turnier­anforderungen der UEFA zu erfüllen. Geld, das aus Steuer­mitteln bezahlt wird.

Die UEFA streiche den Gewinn ein, und die Städte zahlen die Zeche, kritisiert Katrin Lögering. Sie sitzt für die Grünen im Dortmunder Stadt­rat. Dortmund ist ein Austragungs­ort der Europa­meister­schaft. Die UEFA fordert aber noch mehr: beispiels­weise Demonstrations­verbote im Umfeld der Stadien. Und die UEFA möchte von Steuer­zahlungen befreit werden. Sowohl die Bundes­regierung wie auch die Austragungs­städte sind auf viele Forderungen der UEFA ein­ge­gangen. Für den Sport­soziologen Günther Gebauer ein Skandal: die UEFA nutze ihre Markt­macht aus, kritisiert er: »Entweder werden die Forderungen der UEFA erfüllt, dann kriegt man die Europa­meister­schaft oder sie werden nicht erfüllt, dann kriegt man die Europa­meister­schaft nicht.« Für Gebauer sei das eine »milde Form der Erpressung«. Die UEFA weist solche Vorwürfe zurück und teilt uns schriftlich dazu mit: Die Europa­meister­schaft sei ein Sport­ereignis »größter« Bedeutung und schenke auch dem Gast­geber­land und den Gast­geber­städten »unvergleichliche Aufmerksamkeit«.