© Christine Schroeder
In »Young Sex – Wie liebt die Gen Z?« kommen sechs unterschiedliche junge Menschen zu einem Blind Date in einer Hamburger Bar zusammen und lassen sich auf ein Experiment ein: Eine Begegnung mit Fremden, die offen über Sex und ihre Art zu lieben reden. Sie alle leben Liebe und Sexualität sehr verschieden – von Polyamorie über Monogamie bis hin zu gar keinem Sex. In einer Generation, in der alles möglich scheint, prallen ihre Überzeugungen aufeinander. In heißen Diskussionen und verschiedenen Spielen fordern sie sich gegenseitig heraus – und verhandeln eine der ganz großen Fragen: Welches Liebesleben macht wirklich glücklich?
Drei Tage lang setzen sich Defne, Yasmin »Yaz«, Janine »Nine«, Emmanuel »Emma«, Josephine »Jo« und Nico intensiv mit ihrer Lust, ihrer Scham, mit ihren Fantasien und Ängsten sowie gesellschaftlichen Normen auseinander.
Nine aus Burscheid hatte mit ihren 30 Jahren noch nie Sex und auch keine Beziehung. »Ich werde ständig bemitleidet und andere sagen dann: ›Ach, du findest bestimmt bald auch jemanden‹«. Aber ist das überhaupt das, was sie wirklich will? Was hält Nine von intimen Beziehungen ab, und was braucht sie, um glücklich zu sein?
Yaz dagegen lebt ihre Sexualität sehr offen aus. Das Surfer-Girl lebt aktuell auf Fehmarn und möchte sich weder auf einen festen Partner noch auf das Geschlecht oder die Anzahl ihrer Sexualpartnerinnen und -partner festlegen. »Bitch – das könnte die Gesellschaft wohl über mich sagen«, vermutet die 27-Jährige. Abbringen lässt sie sich trotzdem von nichts. Denn Liebe wird ihrer Meinung nach einfach nur »mehr, wenn man sie teilt«. Doch dann tritt plötzlich ein Mensch in ihr Leben, für den sie sich vorstellen kann, ihre Freiheit aufzugeben – »just a litte bit«.
Jo (24) und Nico (28) aus Heidelberg hingegen gehen Bindungen ein, die andere in ihrem Alter scheuen würden: Sie kaufen ein Haus, heiraten und planen schon den nächsten Schritt – ein gemeinsames Kind. »Wir sind Macher, warum also lange warten? Wenn wir jetzt schon unsere Träume verwirklichen, haben wir länger etwas davon.« Die in ihrer Generation verbreitete FOMO, die sogenannte »Fear of Missing out«, können sie nicht nachvollziehen und glauben, dass viele auch einfach zu faul sind, für eine Beziehung und wahre Verbindlichkeit.
Emmas (29) Lebensmodell ist das komplette Gegenteil: Der Kölner lebt in einem polyamoren Beziehungsgeflecht, dass sich »Polykül« nennt. Jede /Jeder darf mehrere Beziehungen zu verschiedenen Personen haben. Emmas feste Freundin Pia hat aktuell drei Partnerinnen / Partner. Emma selbst ist noch auf der Suche – in Liebesdingen, im Sexuellen. Aber eins weiß er ganz genau: Er möchte sich frei entfalten und lieben, ohne klassische Beziehungsgrenzen. Damit einher geht für ihn aber auch die Pflicht, mit seinen Partnern und Partnerinnen eine enge Kommunikation zu pflegen: »Wir reden immer wieder darüber, was wir eigentlich wollen, aber es gibt per se keinen Anspruch auf irgendetwas in dieser Beziehung.«
Defne aus Ebersbach an der Fils lebt als lesbische Frau selbstbestimmt ihr Liebesleben. Aber die Creatorin mit türkischen Wurzeln hat einen harten Weg hinter sich: Ihr Coming-out in einem muslimischen Elternhaus, eine toxische Beziehung und eine schmerzhafte Trennung, die ihr den Boden unter den Füßen weggerissen hat. »Ich war in dieser Beziehung emotional so abhängig, weil ich alles für sie aufgegeben habe», sagt die 25-Jährige. Doch aus dem Trennungsschmerz wurde für Defne eine Reise zu sich selbst: Mittlerweile sucht sie nicht mehr verzweifelt nach der großen Liebe, aber hofft dennoch darauf – und wird überrascht.
Ab dem 14.02.2026 sind Folge 1-3 schon in der ZDF-Mediathek abrufbar