ZDF-Reportage Du kommst hier nicht rein! Tür­steher bei der Arbeit

SAMSTAG, 21.02.2026, 17.35 – 18.05 Uhr, ZDF

Türsteher Andrea Giarrizzo © Susanne Dobler

Die einen wollen friedlich feiern, die anderen kreischen nach Krawall. Damit das Nacht­leben nicht aus den Fugen gerät, gibt es Tür­steher und Security. Vor Clubs und dort, wo die Kriminalitäts­rate hoch ist. Ein oft riskanter Job, der Finger­spitzen­gefühl braucht, denn die Zeiten sind rauer geworden. Es wird schnell laut, es wird geschimpft, beleidigt, gespuckt und schnell auch zugeschlagen.

Türsteher sind die Gate­keeper oder Bouncer. Sie entscheiden, wer in den Club ein­ge­lassen und wer abge­wiesen wird. Von ihnen hängt ab, ob es an Bar und auf der Tanz­fläche ruhig bliebt oder Stress gibt. Sie arbeiten in Clubs, Disco­theken, Partys, Feste, Tanzcafés und Bordellen.

»Ohne Türsteher geht es in fast keinem Lokal mehr«, sagt ein Tür­steher. »Bedienungen können sich nicht wehren und viele Gäste auch nicht, wenn es eskaliert. Ein erfahrener Tür­steher erkennt Problem­klientel schon von weitem. Wir sind gleich­zeitig Sozial­arbeiter, Psychologen, Pfarrer und Hell­seher. Ohne Menschen­kenntnis ist man in dem Job völlig falsch. Manch­mal komme ich mir vor wie im Zoo. Es gibt Männer, die es gar nicht mögen, wenn gerempelt wird. Die flippen aus. Man muss es vorher­sehen können und deeskalieren.«

Die Reportage taucht ein in die Welt der deutsch­sprachigen Tür­steher- und Club-Szene. Ein seltener Einblick in eine Arbeits­welt von Menschen, die sich nicht gerne in die Karten und hinter die Kulissen schauen lassen. Wir wollen erfahren, wer die Spezialisten sind, die »die Tür machen«. Wie wählen sie die Gäste aus? Mit welchen psycho­logischen Tricks vermeiden sie Konflikte vor dem Etablissement? Gleich­zeitig sind sie für die Sicher­heit der Gäste zuständig, indem sie beispiels­weise Taschen nach Waffen und Drogen unter­suchen und Unruhen, ins­besondere gewalt­tätiger Natur, schlichten oder auf­lösen. Und wie sehr haben Clubs mit organisierter Kriminalität zu tun?

Rafael, Rainer und Sandra bereiten sich mit ihrem Team auf eine lange Party in der Groß­raum­disco »E-Dry« vor. Bis zu 3.000 Gäste werden in Geldern nahe der Grenze zu den Nieder­landen erwartet und bei solchen Veranstaltungen fließt in der Regel viel Alkohol. Das »Bootshaus« in Köln wird regel­mäßig in die Top-Ten der besten Klubs der Welt gewählt – ein Ruf, den Andrea Giarrizzo an der Tür Nacht für Nacht recht­fertigen muss. Genauso wie Anke Henkel, die in Kaisers­lautern vor dem Klub »Markthalle« arbeitet. Die 1,82 Meter große ehe­malige Kampf­sportlerin wacht über die Tür des Klubs. Ihr Spitz­name ist die »Schwarze Göttin« und sie sagt von sich: »Ich liebe die Arbeit in der Nacht. Hier kann ich so sein, wie ich will.« Das Publikum ist sehr inter­national – auch durch viele amerikanische Gäste, denn die US-Airbase Ramstein liegt nur wenige Kilo­meter entfernt. Ins­gesamt leben in der Region um Kaisers­lautern rund 50.000 Amerikaner ein­schließ­lich ihrer Familien. Mirko Ferenczy hat es im Frankfurter Bahn­hofs­viertel immer wieder mit speziellen Krawall­brüdern zu tun. »Die Sitten sind rauer geworden, die Hemm­schwelle zuzu­schlagen ist deutlich gesunken.«