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Emily Wittmann erhält vor neun Monaten die Diagnose Multiple Sklerose. Ein Schock – aber auch eine Erleichterung: Endlich kann die Dreißigjährige die wiederkehrenden Probleme mit Gleichgewicht, Konzentration und Sprachvermögen medizinisch einordnen und behandeln. »Erstmal habe ich mega geheult, aber nach und nach ist mir klar geworden, dass das jetzt nicht das Aus ist und es mir auch eine gewisse Handlungsfähigkeit wieder gibt.« so die Hamburgerin.
Emily ist eine von mehr als einer Million Menschen in Europa die mit MS leben, einer chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems. Multiple Sklerose ist unheilbar und von unterschiedlichen Verläufen gekennzeichnet. Da die Symptome stark variieren, wirken die Medikamente und Behandlungsmethoden nicht immer gleich gut. Auch Emilys weiterer Therapieverlauf ist noch unklar.
Ricky Baerg war 24, als er an MS erkrankte. Anfangs hatte er nur wenige der MS-typischen Symptome, doch inzwischen tragen ihn seine Beine nicht mehr. Seit 2020 nutzt der heute 36-jährige einen Rollstuhl und meistert einen trubeligen Alltag: als Ehemann, Vater von drei Kindern, in der Sozialberatung einer Klinik und als Mitglied einer Baugemeinschaft. Seine krankheitsbedingten Schwächen thematisiert er dennoch offen: »Es gibt Tage, an denen mich die MS lahmlegt – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ich will mich weiterbewegen und mich nicht einschränken lassen, sondern das Leben in meinen Möglichkeiten genießen.«