Re: Das Leben mit der Flut

DONNERSTAG, 12.02.2026, 19.40 – 20.15 UHR, ARTE

Wasserbauingenieur Philipp Zülsdorff an einer Deichbaustelle        © SPIEGEL TV

Das Ausflugs­lokal »Strand­perle« an der Elbe in Hamburg säuft im Herbst und Winter regel­mäßig ab und steht bei Sturm­fluten zum Teil meter­hoch unter Wasser. Restaurant­leiter Kevin Last hat die Wetter­vorher­sage und die Pegel­stände im Blick, bleibt aber bei Hoch­wasser­warnungen relativ gelassen. Die Küche ist aus Edel­stahl, die Elektro­leitungen verlaufen an der Decke und das bewegliche Interieur kann kurz­fristig abge­räumt und hinter dicken Flut­schutz­türen verstaut werden. Trotz­dem ist die Spannung nach jeder Über­schwemmung groß, »ob alle Wände dicht­gehalten haben«.

Nicht dicht­gehalten haben 2023 viele Deiche an der sonst eher ruhigen Ost­see­küste. Eine soge­nannte »Jahr­hundert­flut« traf mit zerstörerischer Wucht auf Land und hinter­ließ eine Schneise der Verwüstung. Ein Bürger­meister erinnert sich: »Es war ein Fiasko! Dass es keine Toten gab, ist eigentlich ein Wunder.« Wasser­bau­ingenieur Philipp Zülsdorff ist jetzt im Dauer­einsatz, um die Reparatur kaputter Deiche zu koordinieren. Die betroffenen Gemeinden wollen, dass sie gerüstet sind, wenn die nächste Sturm­flut kommt.

Seit einem traumatischen Wolken­bruch im Jahr 2011 orientiert sich in Kopenhagen die Stadt­planung am Konzept »Schwamm­stadt«. Mit Milliarden­aufwand wurden Parks zu gigantischen Auf­fang­becken umge­rüstet und unauf­fällige Kanäle für den Ablauf von Wasser­massen so erfolg­reich installiert, dass die dänische Haupt­stadt als Vor­reiter bei der soge­nannten »Klima­anpassung« gilt. Delegationen aus der ganzen Welt kommen jetzt nach Kopenhagen, um sich vor Ort zu informieren, wie sich die Folgen von Extrem­wetter abmildern lassen.